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Wir bleiben!

Manchmal ist es schon viel, wenn man bleibt. Und nicht wieder geht. Zu Besuch bei den Lohmeyers, die in einem Nazidorf im Norden Ostdeutschlands leben.

Wo waren wir stehen geblieben? Bei Birgit Lohmeyers Entschluss, der Sozialdemokratischen Partei Deutschland beizutreten und dann für diese bei der anstehenden Kreiswahl und der Gemeindewahl zu kandidieren. «Bisher waren wir außerparlamentarisch unterwegs, nun will ich es mal anders versuchen», hatte sie gesagt, und ihr Mann hatte dazu genickt. Damals, zwei Jahre ist es her, hatte es geregnet, vom Morgen an, der Tag blieb trüb und nass. Doch dann gab es überraschend eine kurze Pause, wir waren hinter das Haus gegangen, durch das halbhohe, feuchte Gras. Die beiden hatten sich auf ihre Veranda gesetzt; von dort aus sieht man nichts vom Dorf, nicht die schwarz-weiß-rote Fahne, die hier beständig flattert, das Meer ist nicht weit. Nicht das Wandbild mit der stilisierten Familie: ein Mann, der schützend seine kräftigen Arme um eine Frau und drei ebenso blonde Kinder hält, darüber die Aufschrift «Dorfgemeinschaft Jamel, frei – sozial – national». Sie aber saßen von all dem abgewandt, erst auf den hölzernen Treppenstufen und dann in zwei Korbstühlen, sich leicht schräg gegenüber. Hinter ihnen ihr Haus, backsteinern, Fachwerk, eine ehemalige Försterei; dazu Anbauten, die einstigen Gesindekammern, Schuppen; dazu das Grundstück, 7500 Quadratmeter groß, begrenzt von Mischwald.

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