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Im Trippelschritt durch die Tristesse

Die Kieler Stadtgalerie zeigt neue finnische Kunst. Dabei beeindrucken vor allem die dokumentarisch angelegten Fotoserien

Foto: Marja Helander

VON FRANK KEIL

Es beginnt beklemmend, und wer sich für aktuelle – um nicht zu sagen: junge – Kunst aus Finnland interessiert, den hat es in den vergangenen Jahren immer wieder in die Kieler Stadtgalerie verschlagen. Nun ist erneut eine Art Sammelausstellung zu sehen, die vom Titel her den Bogen zwischen poetischer Offenlegung und fast soziologischer Bestandsaufnahme zu spannen sucht: „An der Nordkante. Der Mensch in der finnischen Gegenwartskunst“.

Es ist eine Ausstellung, die sich langsam, aber sicher warmläuft. Wer anfangs vielleicht etwas unentschlossen und verhalten auf der Suche nach einem verbindenden Faden durch die Räume schlurft, wird erleben, wie er nach und nach von wachsender Begeisterung gepackt wird – so viel sei jedenfalls versprochen.

Den Anfang macht zunächst die etwas spröde Arbeit „pro and contra“ von Halinen Kaisaleena, die uns einen raumfüllenden, halbhohen Holzkasten mitten in den Weg gestellt hat. Darauf drapiert: Köpfe. Köpfe wie abgeschlagen, Köpfe aus Beton gegossen. Aber zugleich sind diese Betonköpfigen wie von wollenem Stoff überzogen. Man denkt an Ski- oder Motorradmasken, denkt schnell weiter an Sturmhauben, wie sie weltweit von Spezialkräften über das jeweilige Gesicht gezogen werden, mal im Guten, mal im Bösen, dient das Nicht-erkannt-werden-Wollen doch Schutzsuchen und Schrecken verbreiten gleichermaßen.

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Die Zentrale des Terrors

Der Gedenkort „Stadthaus“ in Hamburg ist eine Blamage. Im Stuttgarter „Hotel Silber“ ist zu sehen, wie es hätte werden können. Es ist ein Gründerzeithaus der Stuttgarter Innenstadt, nur ein paar Minuten Fußweg vom Bahnhof entfernt. In der Dorotheenstraße Nummer 10 steht das ehemalige „Hotel Silber“,… Weiterlesen

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„Immer, wenn ich versuche zu perfekt zu sein, wird mir das früher oder später ein Bein stellen.“

Von inneren Motiven, ein Studium lieber nicht zu beenden, von vor Prokrastination gefeiten Medizinstudenten und einer aufgeräumten Küche – ein Gespräch mit Ronald Hoffmann, Leiter der „Zentrale Studienberatung und Psychologische Beratung“ der Universität Hamburg. Ein Beitrag für das Prokrastinations-Heft des Männermagazins ERNST. Nummer 1/2019. Foto:… Weiterlesen